Emotionsfokussierte Arbeit in Therapie und Beratung

Nicht nur Gedanken (Kognitionen) und Verhalten machen unsere Psyche aus, sondern in ganz erheblichem Maße auch unsere Gefühle bzw. Emotionen. Daher ist es richtig, dass die Psychotherapie der letzten Jahre sich noch stärker darauf fokussiert. Es geht darum, unsere Gefühle überhaupt erst mal kennenzulernen. Welche gibt es? Wie fühlen sie sich an? Was wollen sie mir sagen? Wie kann ich mehr empfinden oder auch weniger, falls mich Gefühle häufig überfluten? Wie kann ich selbst meine Gefühle hoch- oder runterregulieren? Wie kann ich sie nutzbar machen?
Hier hat die Forschung und haben die Praktiker in der Psychologie in den letzten 10-15 Jahren tolle Ansätze entwickelt. Ich arbeite v.a. mit dem Konzept "Emotionen als Ressourcen" (Glasenapp) sowie mit dem TEK (Berking), das im Folgenden vorgestellt werden soll:


Training emotionaler Kompetenzen (TEK)

Das TEK ist ein Intensivprogramm von Prof. Dr. Matthias Berking zur Verbesserung der Emotionsregulation, der Stress- sowie Selbstwertregulation. Es ist als Gruppentraining konzipiert, kann aber auch sehr gut im Einzelsetting, sprich: in der Therapie- oder Beratungssituation, eingesetzt werden.


Ein erster wichtiger Bestandteil ist, die eigenen Gefühle überhaupt erkennen zu können, um dann ihre jeweilige Funktion zu verstehen und sie als Signale (und somit als Verbündete) zu begreifen. Des Weiteren erfahren Klient*innen, welche typischen Teufelskreise den Stress und die negativen Gefühle häufig weiter verstärken (beispielsweise durch Selbstabwertungen oder den Versuch, unangenehme Emotionen zu verdrängen).
Kern des TEK ist es zu erlernen, wie man diese Teufelskreise durchbrechen kann: mithilfe bestimmter Basiskompetenzen zur Emotions-, Stress- und Selbstwertregulation. Die Kompetenzen werden zunächst einzeln eingeübt und dann in einer abgekürzten Variante erlernt (der sog. TEK-Sequenz), die dann als schnelle Hilfe in allen unangenehmen Situationen dient. 

Diese Basiskompetenzen/Regulationstechniken 

  • setzen bei der gezielten Beeinflussung körperlicher Stresssymptome an (Atem- und Muskelentspannung), 
  • üben einen anderen Umgang mit inneren Kritikern und Vermeidungstendenzen ein (bewertungsfreies Wahrnehmen von Gefühlen und Gedanken, Akzeptanz unangenehmer Zustände/Gefühle, selbstunterstützender Umgang mit sich selbst statt Selbstabwertung
  • und helfen über eine genaue Analyse unangenehmer Gefühlszustände und über das Sichtbarmachen von möglichen Stellschrauben, in einer bestimmten Situation ein anderes Zielgefühl und einen anderen Umgang mit dieser Situation zu erreichen.