PTBS / PTSD - Ursache, Symptome, Therapie

Traumatisierung als Ursache 


Was ist ein Trauma?

Die Posttraumatische Belastungsstörung, PTBS (engl. Posttraumatic Stress Disorder, PTSD), gehört zu den Traumafolgestörungen. Diese werden durch das Erleben bedrohlicher, erschütternder, katastrophaler Ereignisse verursacht.

Traumatisch dabei ist es, wenn Kampf oder Flucht (fight or flight) nicht (mehr) möglich sind und die Betroffenen intensive Ohnmacht, Hilflosigkeit, Furcht und starkes Entsetzen erleben. Der Organismus (Körper und Seele) reagiert zum Selbstschutz mit Erstarrung (freeze) und/oder Spaltung/Dissoziation des Erlebten (fragment).


Unterscheidung Monotrauma – Polytrauma/ Komplextrauma 

Kommt dies einmal vor, spricht man von einem Schocktrauma oder Monotrauma.

Wenn es in über längere Zeit zu wiederholten traumatischen Erlebnissen kommt – insbesondere in der Kindheit –, dann sind komplexe Traumatisierungen die Folge. Man nennt sie auch Polytrauma, Komplextrauma, Entwicklungstrauma oder chronische Traumatisierungen. 

Komplextrauma bzw. komplexe Traumafolgestörungen (k-PTBS, Dissoziative Identitätstörung - DIS) behandle ich NICHT in meiner Praxis, da es hierfür Traumatherapie-Verfahren mit einer entsprechenden Ausrichtung auf komplexe Traumafolgestörungen braucht. 

Hingegen ist die Therapie von Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS / Monotrauma) bei mir möglich. Nach einer Stabilisierungsphase erfolgt die traumafokussierte Psychotherapie mit dem Ziel, die Erinnerungen (auf gedanklicher UND emotional-körperlicher Ebene) zu verarbeiten.
Methoden in meiner Praxis für die Traumaverarbeitung sind v.a. PEP und TRIMB.


 

Posttraumatische Belastungsstörung 
(PTBS/PTSD)

Wie eine PTBS nach einer Traumatisierung entsteht

Ein Monotrauma wird normalerweise von alleine vom Organismus/ der Psyche verarbeitet. Die Verarbeitung verläuft dabei in bestimmten Kernphasen: Ereignis, Schockphase, Verarbeitungsphase, Erholung. 

Durch bestimmte individuelle und soziale Faktoren sowie Rahmenbedingungen rund um das Trauma-Ereignis, kann dieser Prozess gestört werden, sodass eine Posttraumatische (= nach dem Trauma eintretende) Belastungsstörung entsteht. 

Meist beginnen die Symptome innerhalb von 6 Monaten nach dem Trauma. Es kann aber auch noch Jahre später zu einer PTBS kommen: hier spricht man von einem verzögerten Beginn.  

Auslöser sind meist Ereignisse, die die Betroffenen thematisch an das Trauma erinnern, oder auch erneuter extremer Stress mit Erleben von Hilflosigkeit und Ohnmacht.

 

Symptome der Posttraumatischen Belastungsstörung/PTBS nach ICD-11 

  • Intrusives Wiedererleben von Teilen des traumatischen Ereignisses (durch sich aufdrängende Flashbacks über verschiedene Sinne, evtl. Alpträume) – so als würde das Trauma im Hier und Jetzt noch einmal stattfinden, 
  • Vermeidung von Situationen, Aktivitäten oder Orten, die ein Wiedererleben hervorrufen („triggern“) könnten, durch Vermeidung kommt es allerdings zur Verfestigung der Symptomatik, 
  • Übererregung: ständige erhöhte Wachsamkeit (Hypervigilanz), gesteigerte Schreckreaktion, Ängstlichkeit, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen, subjektives Gefühl von Bedrohung 
  • in der Vergangenheit: einmaliges Trauma erlebt (Unfälle, Naturkatastrophen, Überfall, Vergewaltigung, Zeuge eines Verbrechens, Tod oder Suizid einer nahestehenden Person), 
  • hinzukommen können: Amnesien (Unfähigkeit, bestimmte Teile des Traumas zu erinnern – oder auch die Zeit davor oder danach), Panikattacken oder Angststörungen, Suizidalität, Alkoholismus, Drogenkonsum.


Welche Symptome bei Komplexen Traumafolgestörungen auftreten und welche psychischen Störungen noch infolge von Traumata entstehen können, lesen Sie weiter unten auf der Seite.

Häufigkeit der PTBS 

Studien haben eine Häufigkeit der PTBS von 6-12 % der Bevölkerung ergeben.

Therapie der Posttraumatischen Belastungsstörung/ PTBS 

Psychopharmaka können die Symptomatik verringern. Daher macht der Gang zur Fachärztin für Psychiatrie Sinn, um diese Möglichkeit abzuklären – insbesondere, wenn die Symptome sehr stark ausgeprägt sind und das alltägliche Funktionieren deutlich einschränken. 


In den letzten Jahren ist das Bewusstsein für die Möglichkeiten von Traumatherapien deutlich gewachsen. Hier gibt es inzwischen zahlreiche Methoden, die den drei Phasen der Traumabehandlung zugeordnet werden: 

  • Stabilisierung 
  • Konfrontation bzw. Trauma-Verarbeitung 
  • Integration. 


In meiner Praxis arbeite ich mit TRIMB nach Ellen Spangenberg und PEP nach Michael Bohne – sowohl zur Trauma-Verarbeitung als auch zur emotionalen Stabilisierung.
Mehr zu den beiden Verfahren lesen Sie, wenn Sie auf die jeweiligen Verlinkungen klicken. 

In der Stabilisierungsphase kommen hinzu: imaginative Verfahren, ressourcenorientierte Methoden, Reorientierungsmethoden, Distanzierungstechniken u.a. 

Bei der Integration geht es letztlich um abschließende Trauer-Arbeit und eine Neuausrichtung im eigenen Leben. Zum Tragen kommt außerdem der Ansatz der Metakognitiven Therapie, aufrechterhaltende gedankliche Manöver und Verhaltensweise (z.B. Gefahren-Monitoring und Vermeidungsverhalten) sukzessive abzubauen.
 

Neben meinen Weiterbildungen in PEP, TRIMB und verhaltens- sowie kognitionsfokussierten Therapiemethoden habe ich eine Basisqualifizierung in Psychotraumatologie der GTPG (Gesellschaft für Psychotraumatologie, Traumatherapie und Gewaltforschung) absolviert. 

PTBS behandeln lassen:

Der erste Schritt ist ein Kennenlerngespräch. Es ist kostenlos und dauert ca. 30 Min. Hier können Sie überprüfen, ob ich die richtige Therapeutin für diesen Weg bin.

Weitere Traumafolgestörungen - Abgrenzung zur PTBS

Abgrenzung der PTBS zur k-PTBS und DIS 

Symptome einer k-PTBS (komplexe Posttraumatische Belastungsstörung) 

  • Symptome wie bei der PTBS, und zusätzlich: 
  • Störungen der Affekte bzw. der Impulskontrolle (verschiedene Formen sind möglich: 1. gestörte Emotionsregulationsfähigkeit bei gleichzeitig sehr starken emotionalen Reaktionen, 2. emotionale Betäubung, 3. verminderte Fähigkeit zu positiven Emotionen),
  • Dissoziationen (Amnesien/ immer wieder “Filmrisse“ in der Erinnerung; Entfremdungserleben – die eigene Person oder die Umgebung betreffend),
  • gestörtes Selbstkonzept: ausgeprägte Gefühle von Schuld und Scham, Überzeugung von der eigenen Machtlosigkeit, Hilflosigkeit oder Minderwertigkeit (bis hin zu Selbstverletzungen oder Suizid),
  • interpersonelle Probleme bzw. Bindungsstörungen: zwischenmenschliche Beziehungen können nicht aufrechterhalten werden oder werden vermieden,
  • in der Vergangenheit anhaltende Traumatisierung erlebt: Verwahrlosung, emotionale Vernachlässigung, Misshandlungen, Missbrauch in der Kindheit; oder als Erwachsene Durchleben von lebensbedrohlichen Extremereignissen (Kriegserfahrungen).

 

Symptome einer DIS (Dissoziative Identitätsstörung) 

  • Aufspaltung der Persönlichkeit in mehrere Anteile, die jeweils das Verhalten, Denken und Erleben bestimmen; meist verbunden mit Amnesien (Anteile wissen nichts voneinander oder nur teilweise),
  • Persönlichkeitsanteile haben eigenen Charakter, eigene „Persönlichkeit“ – sichtbar in Stimmlage, sprachlichem/körperlichem Ausdruck bis hin zum Schriftbild,
  • in der Vergangenheit: Erfahrung anhaltender Traumatisierungen, i.d.R. in der frühen Kindheit, meist anhaltende sexuelle Gewalt.

 

Desorientiertheit, Dissoziation, Amnesien, Dämmerzustände können auch durch neurologische Erkrankungen verursacht sein. Deshalb sollte hier immer auch eine ärztliche Abklärung erfolgen. 

 

 

Weitere psychische Störungen als Folge von Traumatisierung 

Nahezu alle psychischen Störungen können auf einmalige oder anhaltende Traumatisierungen zurückgehen – und das Bewusstsein darüber wächst inzwischen unter Therapeut*innen: 

  • Persönlichkeitsstörungen (z.B. Borderline-PS, histrionische PS, dissoziale PS) 
  • Depressionen 
  • Angststörungen 
  • Zwangsstörungen 
  • Essstörungen 
  • Sucht (Alkohol, Drogen u.a.) 
  • Dissoziative Störungen 
  • Somatisierungsstörungen 


Diese und andere psychische Störungen können auch als zusätzliche Erkrankungen zu einer vorliegenden Traumafolgestörungen vorkommen (man spricht dann von Komorbidität).

Einige davon behandle ich in meiner Praxis ebenfalls. Einen Überblick über mein Psychotherapie-Angebot erhalten Sie hier

 

Quellen: